11. Mai 2026 von Markus Zürcher

Wohnigsnot in Bärn

Gedicht

Är wär gärn e Bärnerbär
mit ere Wohnig z’mitts in Bärn.
Aber wohär söll er se näh?
Äs wott ihm niemer ä Wohnig gäh.

Är het sich dänkt,
äs wär doch nätt, 
wenn är Drüzimmerwohnig hätt,
eini mit Ybouschränk.

Syner siebe Sache chönnt är 
versorge i de Schränk.
I der Chuchi hätti’s ganz viel Gläck,
unter anderem hätt’s o Bäredräck.

Oh wär är doch e Bärnerbär
in ärä Wohnig, wo jitz steit läär
a der Grächtigkeitsgass zäh. 
Das wär doch nüt als rächt!

Doch die Wohnig chostet e ganzi Stage Gäld!
Der Vermieter seit, so isch halt d’Wält, 
die Wohnig isch ganz viel wärt,
äs gitt no mänge, wo die gärn hätt. 

Der Bärnerbär zeigt jitz syner Zähn. 
Är brummlet u macht ganz viel Lärm.
Das isch doch das, won är als Bär
gärn hätti z’Bärn.

So geit är halt i Bremgartewaud.
Är macht jitz allne Angst mit syne Zähn,
är übertönt sogar d’Outobahn im Waud
so viel Lärm macht är z’Bärn.

U d’Moral dervo (wes eini het)? 
Mieter u Vermieter hei nie die glychi Sicht. 
Aber machet bitte ke Frömdehass us dere Gschicht!
Lueget doch, dass z’Bärn cha wohne jedi Schicht. 

Geschrieben von

Markus Zürcher
Markus Zürcher
Markus Zürcher lernte zuerst Möbelschreiner, danach Studium der Theologie in Bern. Er war reformierter Pfarrer im Kanton Bern.

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